Muskeltonus

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Spannungszustand eines Muskels

Der Spannungszustand eines Muskels oder einer Muskelgruppe wird als Muskeltonus bezeichnet. Jeder Muskel verfügt über eine ihm eigene Grundspannung. Bei einer Muskelverspannung liegt ein erhöhter Muskeltonus vor, der über die normale Grundspannung hinausgeht. Ist der Muskeltonus permanent erhöht, sind die betroffenen Muskeln daueraktiv. In der Folge verlieren sie ihre Elastizität und verhärten. Man spricht von einer Muskelverkürzung, auch wenn es sich tatsächlich um eine verminderte Dehnfähigkeit des Muskels handelt. Mit der Muskelverhärtung nimmt gleichzeitig die Gleitfähigkeit und Flexibilität der Faszien (faseriges, kollagenes Gewebe) ab. Eingeschränkte Muskelbewegungen behindern den Flüssigkeitstransport in den Faszien. Dieser ist jedoch notwendig, um die Zellen mit Nährstoffen zu versorgen und gleichzeitig Abbauprodukte zu entsorgen. Sind die Muskeln verspannt und unelastisch, führt das wiederum zum Verkleben des Fasziengewebes. Es setzt sich ein Kreislauf in Gang, der das gesamte fein abgestimmte System aus Sinneswahrnehmung, Beweglichkeit und Kraftübertragung in Schieflage bringt.  

Der daueraktive Muskel kann über seinen Gegenspieler nicht mehr entspannt werden. Wird dem durch ein angepasstes Training nicht entgegengewirkt, erschlafft der Antagonist. Ein muskuläres Ungleichgewicht entsteht somit immer dann, wenn ein Muskel übermäßig beansprucht und der Gegenspieler vernachlässigt wird.